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April 5, 2017 | German | By admin | 0 Comments

By Markus Koller

"Ich denke manchmal", so Niklas Luhmann, "es fehlt uns nicht an gelehrter Prosa, sondern an gelehrter Poesie." Markus Koller zeigt, inwiefern Luhmanns umfassende Gesellschaftstheorie als ein Gesamtkunstwerk aus dem Geiste der Literatur verstanden werden muss. Kunstwerken gleich ist seine Theorie zu lesen als eine materialgebundene, eigendynamische Schöpfung - als Gelehrsamkeit, die den immanenten Gesetzen der Poiesis folgt: "Ich denke ja nicht alles allein, sondern das geschieht weitgehend im Zettelkasten."
Auf einer Inversionsschlaufe gerät der Autor aus der Abschreitung von Luhmanns Kunst- und Erkenntnistheorie in eine Beobachtung Luhmanns mit dessen eigenen Mitteln. Dabei wird deutlich, wie Luhmann in der modernen Kunst das Paradigma der modernen Gesellschaft sehen kann.

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Post yr word: First released in 1946 via Quartet Books
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In past due 1946, Stig Dagerman was once assigned through the Swedish newspaper Expressen to document on lifestyles in Germany instantly after the autumn of the 3rd Reich. First released in Sweden in 1947, German Autumn, a suite of the articles written for that project, used to be in contrast to the other reporting on the time.

While so much Allied and overseas newshounds spun their writing at the broadly held trust that the German humans deserved their destiny, Dagerman disagreed and stated at the humanness of the boys and girls ruined via the war—their guilt and agony. Dagerman was once already a well known author in Sweden, however the booklet and vast reception of German Autumn all through Europe validated him as a compassionate journalist and ended in the long-standing overseas effect of the ebook.

Presented right here in its first American variation with a compelling new foreword via Mark Kurlansky, Dagerman's essays at the tragic aftermath of conflict, pain, and guilt are as hauntingly appropriate this day amid present worldwide clash as they have been sixty years in the past.

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Er begründet diese Zufälligkeit und Willkür der ersten Formfestlegung, der ersten Unterscheidung oder – was hier dasselbe ist – der ersten Beobachtung so: „Es ist ein allgemeines Gesetz des Beobachtens: Wer etwas beobachten will, muss etwas beobachten wollen und dies von anderem unterscheiden. Er muss bezeichnen und unterscheiden, also Unterscheiden und Bezeichnen unterscheiden können. Aber wie kann er den Akt des unterscheidenden Bezeichnens als einen Akt vollziehen, wie kann er operieren, wenn dies Operieren bereits eine eingebaute Differenz voraussetzt, die man zunächst unterscheiden müsste, nämlich die Unterscheidung der Bezeichnung von der Unterscheidung, die sie voraussetzt?

Luhmann (1986 b), S. 648. Luhmann (1986 b), S. 646. Luhmann (1995), S. 306. 47 Gleichwohl kommen auch in Die Kunst der Gesellschaft Kunstwerke nicht als vereinzelte und gegeneinander abgeschottete Einheiten vor. Luhmann setzt den Mechanismus der Autopoiesis nach wie vor nicht schon auf der Ebene der Kunstwerke, sondern erst auf derjenigen des Kunstsystems an. Die Vernetzung der einzelnen Kunstwerke zum System der Kunst erklärt sich nun nicht mehr durch die Zwischenebene des Stils: Sie ist vielmehr dadurch gegeben, dass die Elemente, aus denen Kunst besteht, Kommunikationen oder Beobachtungen, nicht an den Grenzen einzelner Werke Halt machen.

Kunstkommunikation ist und was nicht, ohne essentialistisch zu sein. Luhmann betont: Codes sind „mobile Strukturen, deren Anwendung von Situation zu Situation zwangsläufig wechselt. “90 Dass der Code hier als eine mobile Struktur beschrieben wird, ändert nichts an der Tatsache, dass der Code stabil ist. Der Code passend/nichtpassend ist eine unveränderliche Ausrüstung des Beobachtens. Hat man diese Code-Brille an, besteht die Welt aus passenden und unpassenden Formfestlegungen. Der bloße Blick durch diese Brille reicht aber noch nicht, dass man sieht, was in einem spezifischen Fall passt und was nicht.

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