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April 5, 2017 | Legal Theory Systems | By admin | 0 Comments

By Sibylle Tönnies

1. Bekanntlich ist das Leben selber bedroht; aber nur bei naiver Betrachtung ist die Wahrung der Lebensmöglichkeit selbstverständliche Aufgabe des Rechts. Nicht nur praktisches Unvermögen, sondern auch philosophische Haltung steht dem ent­ gegen. Die philosophische Betrachtung des Rechts teilt sich auf in eine solche, deren Gegenstand das geltende Recht ist, und eine solche, die sich mit einem mög­ lichst guten, richtigen Recht beschäftigt. Diese beiden Richtungen haben ihr Feld nicht aufgeteilt, sondern kämpfen um Terrain. Die erste, die wir Relativismus nennen, bestreitet der zweiten, die hier unter der Bezeichnung Universalismus oder dem alten Wort Naturrecht erscheint, den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit und hat sich hiermit auch durchgesetzt. Es hat sich eine Hierarchie gebildet, nach der der kontextbezogene Relativismus stichhaltiger, abgesicherter, zuverlässiger ist als das universalistische Naturrecht Mit dieser Hierarchie wird der Einsatz des Rechts zugunsten der Lebenserhaltung behindert. Wir wollen dieser Rangordnung die Idee entgegensetzen, daß Relativismus und Universalismus zwei korrespondierende gei­ stige Gestalten sind, von denen die eine nicht ohne Schaden für das Ganze ver­ nachlässigt werden darf. Wir werden die beiden Auffassungen in zwei Hemi­ sphären des Geistes einordnen, die nur bei Ausgeglichenheit das Ganze repräsen­ tieren und deren einseitige Bevorzugung die notwendige Polarität ignoriert und ein Irrweg ist Wenn wir die eine Auffassung »Relativismus« nennen, könnten wir die zweite entsprechend als »Absolutismus« bezeichnen, was once aber zu Mißverständnissen ein­ weighted down würde. Stattdessen werden wir von Universalismus sprechen - oder synonym das Wort Naturrecht benutzen, obwohl in diesem viele Unschärfen liegen.

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Berall nur Möglichkeiten, diese bilden für ihn den Inhalt der Zukunft, wohingegen derjenige. 0. S. 725. 18 Wir finden hier die Metapher der Reflexivität, die die Systemtheorie prägt, vgl. dazu das Kapitel »Unten-Oben ... Kreis-Linie« IV. 1. 19 Sören Kierkegaard, Entweder-Oder, Teil n (Hng. H. Diem u. W. Rest) München 1988, S. 790. 0. S. 817. 2. Kqpitel 48 Ebenso wie Kant und deutlicher als Schiller, dessen Würdigung des ästhetisch naiven Charakters eine Konzession an Goethe sein sollte, nimmt Kierkegaard Partei.

So falsch ist dieses Vorgehen auch für das Denken über das christliche leben. Eine allein auf der Menschwerdung aufgebaute christliche Ethik würde leicht zu der Kompromißlösung ftlhren, eine allein auf Kreuz oder Auferstehung Jesu aufgebaute Ethik würde dem Radikalismus und der Schwärmerei verfallen. « In der Hoffnung, daß die charakteristischen Züge des Widerstreits im vergangenen Kapitel deutlich geworden sind. wenden wir uns in den drei folgenden seinen weiteren Ausformungen zu, um dann im Kapitel »Polarität« wieder an die »Unendliche Entzweiung« anknüpfen.

So meint man ja bereits verschiedene Lebenszentren, aus denen Gedanken erwachsen, und es wäre nur ein konsequentes Zu-Ende-Führen solcher Bestrebungen, wenn man historischsystematisch die letzte Axiomatik dieses 'aufklärerischen' bzw. « Damit ist unser Programm gekennzeichnet, nicht aber unsere Methode. Mannheim wird auf seinem logisch-methodologischen Weg auf die Frage geführt, »ob denn zwischen den immanent herausgearbeiteten Denkstandorten und den sozialen Strömungen (sozialen Standorten) eine Korrelation, eine Entsprechung besteht«; 1 Novalis, Die Christenheit oder Europa (1799), bei Josef Baxa, Gesellschaft und Staat im Spiegel deutscher Romantik, Jena 1924, S.

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